Paul Hugger: Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz

978-3-7165-1467-2

 

Wallfahrten – Zwischen Himmel und Erde

 

Paul Hugger beabsichtigt mit dem Buch «Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz» kein flächendeckendes Inventar der Wallfahrtsorte in der Schweiz. Allzu Bekanntes, Einsiedeln oder Flüeli-Ranft zum Beispiel, klammert er aus. Die Auswahl schildert verschiedene Formen der Wallfahrt. Solche mit jahrhundertealter Tradition sind dabei, aber auch neue. ... Paul Huggers Texte sind sachlich-nüchtern, zugleich aber einfühlend: Der Autor ist vertraut mit der oft volkstümlichen Ausprägung der Religiosität, wie sie sich an diesen Orten manifestiert. Er schildert Ursprünge und Legenden, schilderte das Brauchtum und lässt Betroffene, die meist betagten Wallfahrtspriester, aber auch Teilnehmer an Wallfahrten zu Wort kommen und verzichtet auf kritisches Hinterfragen ihrer Äusserungen. Die schwarzweissen Fotos von Barbara Grab Horka und Nicolas Repond entsprechen in ihrer Nüchternheit und Klarheit den Intentionen Huggers. Aus der Zentralschweiz und ihren Randgebiet schildert Paul Hugger neben der Astridkapelle «Maria Mitleiden» in Gormund, Heiligkreuz im Entlebuch und die Wallfahrt zum heiligen Burkhard in Beinwil im Freiamt.

 

Niklaus Oberholzer, Neue Luzerner Zeitung, 19.12.2008 / Oltner Tagblatt, 20.12.2008

 

 

Wallfahren – eine uralte und dynamische Tradition

 

Wallfahrtsorte spielen auch in der modernen Gesellschaft eine wichtige Rolle – so steht es in der Einleitung zum Buch «Wallfahrtsorte der Schweiz» von Paul Hugger, und davon handelt der ganze Band. Hugger ist Volkskundler. Er geht nicht als Pilger an diese Orte, sondern mit der Neugier des Wissenschaftlers für das Phänomen Wallfahrt. Er beschreibt Traditionen und Gegenwarte dieser Orte, und aussagekräftige Fotos illustrieren dies. Gleichzeitig geht Hugger mit grossem Respekt an das Thema heran, mit wohlwollendem Interesse für die Menschen und einem Sinn für Anekdoten, die das Buch zur spannenden Lektüre machen. Die Traditionen werden nicht etwa madig gemacht, sondern das Buch bringt – nicht zuletzt dank der Fotos – etwas von der Faszination dieser Orte zur Sprache.

 

Petra Mühlhäuser, angelus, 1.11.2008

 

 

Wallfahrtsorte der Schweiz

 

Auf dem Umschlagsbild blickt ein Mönch von Madonna del Sasso in die Weite. Sein Standpunkt hoch über Locarno ist entrückt vom Alltag. Man braucht nicht besonders religiös zu sein, um nachvollziehen zu können, dass solch exponierte Orte auf die Menschen seit Jahrhunderten eine grosse Ansziehungskraft ausüben, ihnen «heilig» sind. Der Volkskundler Paul Hugger und die Fotografen Barbara Graf und Nicolas Respond haben über zwanzig heilige Stätten in der Schweiz besucht und ihre Sicht auf das Wallfahrtswesen in einem reich kommentierten Bildband dokumentiert. Die Reisen gehen quer durch die Schweiz von Mariastein über Zürich Seebach bis nach Ziteil, folgen auch weniger ausgetretenen Pfaden zu weniger prominenten Zielen und machen durchaus Lust auf eigene Wallfahrte.

 

Der Sonntag, 03, April 2008

 

 

Wallfahren – eine uralte und zugleich dynamische Tradition

 

Wallfahrtsorte spielen auch in der modernen Gesellschaft eine wichtige Rolle – so steht es in der Einleitung zum Buch «Wallfahrtsorte der Schweiz» von Paul Hugger, und davon handelt der ganze Band, der kürzlich erschienen ist. Hugger ist Volkskundler. Er geht nicht als Pilger an diese Orte, sondern mit der Neugierde des Wissenschaftlers für das Phänomen Wallfahrt. Er beschreibt Traditionen und Gegenwart dieser Orte, und aussagekräftige Fotos illustrieren dies.

Gleichzeitig geht Hugger mit grossem Respekt an das Thema heran, mit wohlwollendem Interesse für die Menschen und einem Sinn für Anekdoten, die das Buch zur spannenden Lektüre machen. Die Traditionen werden nicht etwa madig gemacht, sondern das Buch bringt – nicht zuletzt dank der Fotos – etwas von der Faszination dieser Orte zur Sprache. Für jeden Wallfahrtsort haben sich Hugger und die Fotografierenden viel Zeit genommen. Der Autor beschreibt die Landschaft, erkundet die Traditionen und wie sie sich verändert haben, lässt Legenden, Reiseberichte, Chroniken, Geistliche und Pilger zu Wort kommen. Zahlreiche Fotos von Barbara Graf Horka und Nicolas Repond sowie mehrere Seiten beschreiben jeden der Orte.

Das Buch bietet keine vollständige Darstellung für die Schweiz, sondern greift typische Orte heraus. Bewusst ausgeklammert hat Hugger die beiden bekanntesten Pilgerziele der Schweiz, Einsiedeln und Flüeli-Ranft. Dafür schaut er sich auch am Rand dessen um, was man gemeinhin unter einem Wallfahrtsort versteht. So etwa an jener Stelle bei Küssnacht am Rigi, an dem die belgische Königin Astrid 1935 bei einem Autounfall starb. Sie war zu Lebzeiten so beliebt wie in jüngster Zeit Lady Diana, ihr Tod löste eine ebensolche kollektive Trauer aus. Für viele Belgier ist dies bis heute ein heiliger Ort.

Wallfahrtsorte haben oft eine jahrhundertealte Tradition. Bei aller Treue zu dieser Tradition sind sie aber auch dynamische Angelegenheiten, das wird immer wieder deutlich. Festtage gewinnen oder verlieren an Zulauf, Gebetsanlässe erhalten einen anderen Inhalt, einzelne Bräuche gehen verloren, andere entstehen neu. Anliegen, Bedeutungen gehen mit der Zeit. In Mariastein etwa gibt es eine Tamilenwallfahrt, die durchaus auch von Hindus besucht wird. Einmal im Jahr füllen sie die Klosterkirche bis auf den letzten Platz und geben ihr ein einzigartiges Gepräge mit ihrem eigenen Zeremoniell und ihrer eigenen Madonna.

Heute reisen die meisten Pilger mit dem Auto oder gar im Car an. Doch es gibt auch jene traditionellen Wallfahrten mit den langen, beschwerlichen Fussmärschen. So etwa jene der Fricktaler aus Hornussen nach Todtmoos im Schwarzwald, die die zwei Mal vierzig Kilometer zu Fuss zurücklegen – und dabei 41 Rosenkränze beten.

Wallfahrten sind komplexe Geschehen, bei denen zuweilen auch Weltliches wichtig ist. Sie sind etwa auch Treffpunkte. Und heute fährt mancher zum Beispiel in die Verenaschlucht bei Solothurn nicht zum Pilgern, sondern im Rahmen eines Ausflugs ins Naherholungsgebiet. Es gibt zwar auch mitten in der Stadt Zürich die Kirche Maria Lourdes aus den Dreissigerjahren, in der auch an Werktagen stets Betende anzutreffen sind. Die meisten Wallfahrtsorte liegen aber idyllisch, an wildromantischer oder geheimnisvoll wirkender Stelle.

Hugger berücksichtigt daher auch die Landschaft, die manchmal urchig schroffe Schluchten oder Bergheiligtümer zeigt, manchmal Höhlen und Quellen. Sie gehört als Umgebung dazu, die durchwandert wird, oder als geheimnisvoller Teil der Ursprungslegende. Manche Wallfahrtsorte wie Maria Bildstein in der Linthebene nutzen ihren Umschwung als «religiöse Erlebniswelten», so Hugger: Kreuzweg, Kalvarienberg, Grotten zu bestimmten Themen der Heilsgeschichte. «Man könnte sagen», schreibt er, «Wallfahrtsorte gehören mit ihren oft weit gestreuten und formschönen Bauten zur Binnenexotik.»

Hugger stellt die Gegenwart dieser Orte dar, und dazu dienen insbesondere auch die wunderbaren Fotografien. Es ist ein Buch von Suchenden und Betenden, von Gnadenbildern und Heiligen Gräbern, von Wallfahrtspriestern und Ordensleute, die diese Orte «hüten», von Wegen und Bergen, Grotten und Kirchlein voller gelebten Volksglaubens. Die Fotos atmen Alltag und Festtag gleichermassen. Sie dokumentieren den Augenblick, machen etwas von seiner Tiefe und Bedeutung spürbar.

 

Portal Katholische Kirche Schweiz, www.kath.ch, 22.03.2008

 

 

Zwischen Himmel und Erde

Maria Bildstein im Buch «Wallfahrtsorte der Schweiz»

 

Im Benteli Verlag ist ein neues Buch erschienen: «Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz». Im Werk des Historikers Paul Hugger sind zehn der rund 240 Seiten unserem Wallfahrtsort Maria Bildstein auf dem Benkner Büchel gewidmet.

«Seit Jahrhunderten wird gewallfahrtet. Über die ganze Erde hin», schreibt der Benteli Verlag in seinem Vorwort zum neuen Buch «Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz». Das grossartige Werk ist kraft finanzieller Unterstützung namhafter Institutionen (Kantone St. Gallen, Aargau, Freiburg, Solothurn, Wallis, einiger Kantonalkirchen sowie Beiträgen aus den Bistümern St. Gallen, Basel und Chur sowie weiteren Beiträgen dreier Stiftungen, einer Pfarrei (Wil) und einer Gemeinde – Benken – zustande gekommen. Einen Blick ins Buch zu werfen, lohnt sich. Es liegt auf der Gemeindeverwaltung auf. Das Buch wurde von Professor Dr. Paul Hugger, emeritierter Ordinarius für Volkskunde an der Universität Zürich, geschrieben. Zu den Wallfahrtsorten, darunter auch Maria Bildstein, haben den Autoren des Buches zwei renommierte Fotografen begleitet (Barbara Graf Horka und Nicolas Repond).

 

Das Höhenheiligtum

Im Buch bezeichnet Paul Hugger in seinen mehrseitigen interessanten Ausführungen über Maria Bildstein den Wallfahrtsort als Höhenheiligtum oder heiligen Hain (Haine sind religiösen Kulturen geweihte, meist bewaldete Standorte). Im Vorwort zum Buch setzt sich der Autor mit dem Wort heilig auseinander: «(...) Heilig war zu biblischen Zeiten noch das ausschliessliche Attribut Gottes. Heute wird alles und nichts mit ‹heilig› bezeichnet. ‹Heilig› kann einem der schwarze Kaffee nach dem Mittagessen, die Zeitungslektüre zum Morgenessen oder die Jassrunde am Freitagabend sein. So abgewetzt und fern vom Wesentlichen diese Redensarten auch erscheinen mögen, enthalten sie doch ein Korn der ursprünglichen Bedeutung: ‹Heilig› als etwas, das einem wichtig ist, von dem man nicht ohne Seinsverlust lassen kann. Als ‹heilig› gilt damit, was ein Kollektiv oder jeder Einzelne als unantastbar betrachtet für die eigene Identität, reich an Emotionen und Erinnerungen, ein Objekt oder ein Vorgang, dessen Verschwinden als existentielle Einbusse empfunden wird. ‹Heilig› hat von der Wurzel her mit heilbringend zu tun. Das Heilige in diesem Sinne verlangt Respekt.»

 

Wallfahrtsstätten

Für manche Menschen gibt es auch weltliche «Heilige Orte». Dies können Sportstätten, auch Beizen oder jährliche Rückkehr an liebgewonnene Anlässe sein. Auch der Begriff «Heilige Orte» hat sich banalisiert. Dem Autor hat man beispielsweise vorgeschlagen, die bekannte «Kronenhalle» in Zürich in die Liste seiner von ihm beschriebenen «Heiligen Orte» aufzunehmen. Paul Hugger beschränkte sich wohltuend auf jene Stätten, die im ursprünglichsten Sinn als «heilig» bezeichnet werden. Das sind Wallfahrtsorte. Sie nehmen einen besonderen Rang ein, weil sie auch in der modernen Gesellschaft noch immer eine wichtige Rolle spielen und eine heimliche Substruktur des Daseins bilden, die vielen Menschen Halt und Trost in schwierigen Situationen gibt. Manche spüren heutzutage die Sehnsucht und das Bedürfnis nach einer Alternative zu den herrschenden Handlungsmotiven und gesellschaftlichen Werten. Solche Sehnsüchte können sich auch in der Verehrung von Sportidolen und Musikstars konkretisieren. Wallfahrtsorte sind für Betroffene von hohem therapeutischem Wert. Beim Wallfahrtswesen handelt es sich um ein unterirdisches Netz möglicher Hilfestellungen. Wallfahrten sind rationale Antworten auf Ereignisse, Gefahren Nöte und Ängste, denen die Menschen hilflos gegenüberstehen und die ausserhalb ihrer Einflussmöglichkeiten liegen. Da geht es um Krankheiten, Umweltkatastrophen, potentielle Gefahren wie Unfälle, wirtschaftliche Nöte und so weiter. Wallfahrten sind Ausdruck der Hilflosigkeit, des Vertrauens aber auch in höhere Mächte und nicht zuletzt des Dankes für erhaltene Gnaden.

Das Buch «Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz» bezweckt keine religiöse Propaganda. Paul Hugger: «Die Texte halten Distanz, versuchen jedoch einfühlsam zu sein und den Leser für das Besondere der jeweiligen Stätten zu sensibilisieren. Ihr Ziel ist es, die Eigenart des Wallfahrtsortes und das entprechende lokale Geschehen zu schildern.» Dass unser Benkner Wallfahrtsort Maria Bildstein oben auf dem Buchberg im Hain schattiger Bäume zusammen mit rund 20 weiteren Wallfahrtsorten in der ganzen Schweiz Aufnahme im tollen Werk gefunden hat, darf uns mit Stolz erfüllen.

 

Geri Kühne, «nüs vu üs» – Informationsblatt der Gemeinde Benken, 9, Januar 2008

 

 

Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte in der Schweiz

 

Der gewichtige Band, mit teils sehr einedrucksvollen SW-Fotos ist kein Lexikon schweizerischer Wallfahrtsorte: Die Berühmtheiten wie Einsiedeln oder Flüeli fehlen. Das Augenmerk richtet sich bewusst auf die «Heiligen Orte», die einer breiten Öffentlichkeit weniger vertraut sind, aber gerade durch ihre Schlichtheit Wesentliches aussagen. 23 Orte quer durch die Schweiz und ihre Wallfahrten lernt der Leser mit ihrer Geschichte und ihren Botschaften kennen, als «rationale Antworten auf Irrationales, auf Ereignisse, Gefahren, Nöte, Ängste, denen die Menschen hilflos gegenüber stehen». Von der Nordwestschweiz in die Südschweiz und ins Wallis, von Graubünden bis in die Westschweiz führt dieses Buch, Eine Entdeckungsreise.

 

Unterwegs (Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft), April 2008

 

 

Wallfahrtsorte der Schweiz

 

Paul Hugger schildert das Wallfahren in der Schweiz in seinen unterschiedlichen Ausprägungen, vertrauten und überraschenden. Pilgernd machte sich der Autor selber auf den Weg, zeichnete auf, was er sah und hörte, und reicherte es in diesem Buch mit seinem fundierten historischen Wissen an.

 

Magazin 2000plus, 17. März 2008

 

 

Buch-Tipp

 

Wallfahrten sind rationale Antworten auf Irrationales, auf ereignisse, Gefahren, Nöte und àngste, denen der Mensch hilflos gegenübersteht.

Rational sind diese Antworten, weil sie innerhalb des jeweiligen religiösen Systems ihre Logik haben, Der Autor Paul Hugger schildert diese im neuen Buch «Zwischen Himmel und Erde – Wallfahrtsorte der Schweiz» in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, mit Vertrautem und Überraschendem. Pilgernd reiste der Autor von Ort zu Ort, notierte sich was er sah und hörte und reichert es in diesem Buch mit seinem fundierten Wissen an. ...

Die rund 200 Bilder zeigen ihren eigenen Stil und lassen die Leserin oder den Leser zu den vielfältigen Informationen auf 256 Seiten in ein visuelles Erlebnis eintauchen. ...

 

Schaffhauser Bock, 12. August 2008