Hanspeter Gschwend, Versammelte Augenblicke - der Bildhauer Rolf Brem

978-3-7165-1447-0

 

Der Luzerner Rolf Brem (*1926) ist einer der letzten traditionellen Schweizer Bildhauer von überregionaler Bedeutung. Bis Ender der 1970er-Jahre national beachtet, entstand sein Porträts und szenische Darstellungen umfassendes Werk später zunehmend im "Outside"; sein figürlicher Stil wurde zum Inbegriff einer unzeitgemässen Retro-Haltung. Dem 1945 in Biel geborenen Autor Hanspeter Gschwend geht es in seinem ausführlichen Text in der nun im Benteli-Verlag erschienenen, 192 starken Monografie (Format 24 x 28 cm) nicht um eine kunstgeschichtliche Wertung, sondern um die Verzahnung von Leben und Werk. Er tut dies aus einer Position langjähriger Freundschaft heraus. Das ist die Stärke wie die Schwäche seines Essays, das uns bisweilen bis in die intimen Verästelungen der phsychischen Befindlichkeiten Brems führt. Das ist spannend, fast wie ein Roman, vernachlässigt aber die künstlerische Beschaffenheit des Werkes in einem grösseren Kontext und fragt auch nicht nach der durchaus möglichen neuen Sicht auf das Werk des "Realisten" in einer Zeit, da der Realismus in der Kunst gerade wieder an Stärke zulegt. Der umfangreiche, durchwegs schwarz-weisse Bildteil des Buches ist abwechslungsreich und informativ gestaltet.

 

Bieler Tagblatt, 29.12.2006 azw.