Hugo Jaeggi, Nahe am Menschen
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Hugo Jaeggis Reiseführer der Fantasie
So schwer die Bildersammlung des Hugo Jaeggi auch einzuordnen ist, so sehr zieht sie ihren Betrachter auch gleich in ihren Bann. Der Schweizer hat für den Band ein abwechlungsreiches Kaleidoskop aus Fotos von schwerer Arbeit und den davon gezeichneten Menschen in Indien und anderen Ländern, Beobachtungen in Weissrussland oder sorgfältig inszenierte Traumbilder mit vielen Anklängen an den Tod geschaffen. Dazu gehört unter anderem eine surrealistische Porträtserie von Menschen hinter zerkratzten Glasscheiben oder Eisflächen - dieser halbtransparenten Vorhänge verzerren die Gesichter und blenden ganze Bereiche davon aus. Eine eindrückliche Folge eigenartiger Fratzen ist das Resultat. - Die gleiche Sorgfalt verwendet Jaeggi aufs Beobachten harter bäuerlicher Arbeit oder alltäglicher Strassenszenen, die zur Bühne absonderlicher Inszenierungen werden, wie die Aufnahme eines über eine Blumenwiese eilenden Koches zum Beispiel. Jaeggis ausschliesslich in schwarzweiss gehaltenen Bilder sind eine Freude fürs Auge, eine wunderbare Herausforderung für den Intellekt und ein fantastischer Reiseführer für die Fantasie.
dpa/Oktober 2006
Hugo Jaeggis Bilder lassen uns an intimen Momenten teilhaben. Er gibt menschlichen Katastrophen ein Gesicht: Der 1936 geborene Schweizer Fotograf Hugo Jaeggi hat Leprakranke, Opfer von Tschernobyl und Randständige aller Art in Serien porträtiert. Einst Kamaramann beim Schweizer Fernsehen, konzentrierte er sich balg gänzlich auf die Fotografie. Seine Reportagen gehen weit über das Dokumentarische hinaus. Es sind engagierte Essais. Es sind Arbeiten, welche uns am Alltag anderer teilnehmen lassen oder gar Zugang zu verborgenen Träumen bieten.
Berner Zeitung, 29.Juni 2006
